Schröpftherapie

 



Bei der Schröpftherapie wird mittels Unterdruck in geeigneten Gefäßen (Schröpfköpfen) ein bestimmtes Hautareal bis in die Tiefe des Bindegewebes stimuliert.

Die Verfahren sind verschieden, ebenso wie die Erzeugung des Unterdrucks.

Wir unterscheiden trockenes Schröpfen und das wesentlich seltenere blutige Schröpfen welches nur bei so genannten „heißen“ Gelosen, also entzündlich gestautem Gewebe Anwendung findet. Bei der Sogerzeugung sind Pumpen, Gummibälle oder die klassische Form, das Feuerschröpfen in Gebrauch.

In unserer Praxis wird vorwiegend nach letzterem Prinzip geschröpft. Hierbei erzeugt ein brennendes Medium kurz eine „Heißluftzone“ im gläsernen Schröpfkopf. Dieser wird anschließend rasch auf die zu behandelnde Zone aufgesetzt und saugt sich durch die schnell abkühlende Luft fest. Der Patient spürt dabei die Hitze nicht, nur ein saugendes Gefühl das die meisten Patienten als sehr wohltuend empfinden. Der Zug lässt sich durch Einlassen von Luft regulieren, Schröpfen soll Spaß machen! Bei hypersensiblen Patienten, die diese Behandlung beim ersten Probesetzen als unangenehm empfinden wird auf alternative Behandlungen ausgewichen.

Neben der rein biophysikalischen Wirkung, der Therapeut findet anschließend ein besser durchblutetes, lymphatisch aktiveres, bis in die Tiefe hinein gelockertes Gewebe vor, welches der manuellen Therapie wesentlich geringeren Widerstand entgegensetzt, gibt es weitere Effekte.

Da Haut und Nervensystem embryologisch aus dem gleichen Keimblatt stammen existieren auch beim erwachsenen Menschen reflektive Verbindungen zwischen Hautgebieten und Nerven und denen, von ihnen versorgten Organen. Die Stimulation eines bestimmten Hautbezirks wirkt also reflektorisch direkt auf das entsprechende Organ ein und kann seine Funktion positiv beeinflussen.

Schröpfzonen liegen vorwiegend auf den großen Muskelgruppen am Rücken, tiefensensible Bereiche des Körpers mit großen, oberflächlich liegenden Gefäßen oder die empfindliche Bauchregion werden nicht geschröpft. Ebenso wenig auf  krankhaft veränderter Haut. Es gibt noch weitere Gegenanzeigen, den Allgemeinzustand des Patienten betreffend, Schröpfen ist eine Reiztherapie, mit der der Körper zu Reaktionen animiert wird. Zu einer solchen muss er in der Lage sein!

Bei starkem Schröpfen kann es zu, mehrere Tage anhaltenden Hämatomen (blauen Flecken) kommen. Über diese mögliche kosmetische Nebenwirkung muss man sich im Klaren sein, das rückenfreie Ballkleid würde dann zumindest Nachfragen provozieren.

 

Anwendungsgebiete der Schröpftherapie sind:

 

-         Muskelverspannungen von Nacken bis Lendenregion mit daraus resultierenden Schmerzen und Einschränkungen

-         Fehlstellungen des Bewegungsapparates

-         Gynäkologische Erkrankungen

-         Infekte der Atmungsorgane

-         Erkrankungen des Stoffwechsels (Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse…)

-         Funktionelle Herzbeschwerden

-         Bluthochdruck

-         Und viele Andere mehr…

 

Meist ist die Schröpftherapie nicht die einzige Anwendung aber sie bildet oft die Grundlage für Folgetherapien oder ist zumindest hilfreich.